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Was sind Aufstellungen?

Auszug aus meinem Buch: Das Seelenrad des Lebens

Bert Hellinger hat die Erkenntnisse zu Systemen erweitert. Er begann Systeme verschiedener Art aufzustellen und die auftauchenden Phänomene zu beobachten. Die Einzelteile werden im Raum im Bezug zueinander aufgestellt und durch Menschen, Stühle, Figuren und Platzhalter repräsentiert. Die Beziehungen der einzelnen Elemente des Systems werden für die Repräsentanten und Zuschauer sichtbar und fühlbar. Die Antworten auf die vom Aufstellungsleiter gestellten Fragen geben weitere Hinweise. Eine Dynamik beginnt sich zu entwickeln. Impulsen wird nachgegangen, das ursprüngliche Bild verändert sich, weil die Stellvertreter Positionen wechseln. Blickrichtungen und Körperreaktionen werden verfolgt und veranlassen zu Ergänzungen der aufgestellten Einzelteile. Daraus ergeben sich weitere Reaktionen und Gefühle. Vorschläge des Aufstellungsleiters für Handlungen, Positionswechsel, kurze kraftvolle Sätze, Gesten, kleine Rituale lenken die Aufstellung in Richtung einer Veränderung des Aufstellungsbildes. Eine Aufstellung ist zu Ende, wenn ein  harmonisches Schlussbild, Ruhe und Frieden oder die Wucht einer wesentlichen Erkenntnis im Raum sind.

Es besteht am Schluss die Option für den Aufsteller an seinem (neuen) Platz zu stehen, zu spüren und zu fühlen, statt nur von außen den Ablauf zu verfolgen. In den Aufstellungen wird sichtbar, was wirkt und dass Erfahrungen aus vorherigen Generationen in der gegenwärtigen Situation für die betreffende Person eine Bedeutung haben können. Die Aufstellungsmethode ermöglicht den  Zugang zum eigenen systemischen Feld und dem von anderen. Durch die systemische Wahrnehmung, die sich jenseits von rationalem Nachdenken abspielt und auf der Ebene von Intuition, achtsamem, respektvollem Erfassen der Position eines Elementes in einem systemischen Zusammenhang geschieht, eröffnen sich diese Möglichkeiten.